Biographie des Musikers Daniel Kuntz


„Sein Lebenslauf als Musikant"

Geburtshaus Daniel KuntzDaniel Kuntz wurde am 19. April 1860 als Sohn des Bauern und Musikanten Peter Kuntz in Oberstaufenbach geboren. Während seiner Zeit als Volksschüler hatte Daniel Kuntz Musikunterricht bei einem alten Musikanten erhalten, welcher ihm das Geigenspielen beibrachte.

Nach seiner Konfirmation trat er dann in eine Kapelle ein, um seine Kenntnisse zu erweitern und nach zwei bis drei Jahren als Musikant sein Geld zu verdienen.

Daniel Kuntz reiste als Jugendlicher mit einer Kapelle nach Amerika, um auf den Straßen zu musizieren. Hier soll eine in den USA lebende pfälzische Familie seine Begabung erkannt und ihm die Ausbildung zum Berufsmusiker ermöglicht haben.

Schon im Alter von 21 Jahren wurde Daniel Kuntz Mitbegründer des Bostener Symphonieorchesters. Diesem gehörte er bis 1914 an und konnte sich dort zum ersten Geiger emporarbeiten, gleichzeitig ernannte man ihn zum Ehrendirigenten. Zwischenzeitlich engagierte man ihn auch an anderen Opernhäusern inner- und außerhalb der USA. So kam es auch, dass er 1892 als Violinsolist bei den Bayreuther Festspielen mitwirkte. Noch im hohen Alter von 91 Jahren war es Daniel Kuntz möglich, sein von Kindheit an erlerntes Instrument zu beherrschen.

Daniel KuntzEin kurzes Gastspiel auf der Bühne der „Symphonie-Hall" nahm die New York Times zum Anlass, über Daniel Kuntz nochmals zu berichten. Die New York Times vom 15. Juni 1952 schrieb: "Ein pensionierter Violinist, der im Jahre 1881 Mitbegründer des Bostener Symphonieorchesters war und ihm bis 1914 angehörte, kehrte am Abend des 13. Juni auf die Bühne der Symphonie-Hall zurück, um noch einmal an einem Konzert des Orchesters teilzunehmen. Es war der 91 Jahre alte Daniel Kuntz, der das Verlangen hatte, seine Erinnerungen an eine ruhmvolle Vergangenheit zurückzurufen".

Als das Orchester einen Monat darauf in Frankfurt gastierte, an diesem Konzert nahm auch Daniel Kuntz teil, überraschte eine kleine Delegation aus Oberstaufenbach das Orchester, wo Daniel Kuntz geboren wurde. In Erinnerung ihres dort geborenen Landsmannes überreichten sie ihm ein geschmackvoll gestaltetes Buch.

Daniel Kuntz war einer der wenigen Westpfälzer Musikanten, welchem es vergönnt war, vom einfachen Wandermusikanten zum ruhmvollen Konzert- und Opernmusiker aufzusteigen.

Er hatte somit wesentlichen Anteil daran, dass der Raum Kusel als Musikantenland weltberühmt wurde.

Verstorben ist er 1959 in Bosten/USA.


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